Der Verein Alt Lemgo und die historische Ölmühle am Schloss Brake
Schon seit vielen Jahren sieht es der Verein Alt Lemgo als eine besondere Aufgabe an, das technische Kulturdenkmal „Ölmühle“ vor dem Verfall zu retten.

Wir sind der Meinung, dass dies Mühlengebäude zum einmaligen Schlossensemble gehört. Das gilt auch besonders für die historische Holzkonstruktion des Mahlwerks im Inneren. Hier wird die raffinierte Kraftübertragung im Räderwerk für den gesamten Herstellungsprozess des Öls deutlich. Der Verein Alt Lemgo möchte dies der Nachwelt als Lehr- und Anschauungsobjekt erhalten.
Seit Beginn des 19. Jahrhunderts wurde in diesem historischen Gebäude mit der hier zu sehenden Mühle Öl produziert. Bis zur endgültigen Stilllegung der Produktion im Jahre 1925 war die Pächterfamilie Vietmeier für den Betrieb verantwortlich.
Häufige Hochwasser und ständige Feuchtigkeit haben dem Gebäude, dem Mahlwerk und dem Inventar immer wieder schwer zugesetzt. Schon in den 70er Jahren und erneut zu Beginn dieses Jahrhunderts war eine gründliche Sanierung des Gebäudes und der technischen Einrichtung erforderlich. Zusammen mit der Stadt Lemgo und einer Reihe von Sponsoren ist es dem Verein gelungen, auch durch persönlichen Arbeitseinsatz vieler Mitglieder, diese Sanierung und die notwendigen Erhaltungsmaßnahmen durchzuführen.
Der Verein Alt Lemgo kümmert sich auch weiterhin um das Projekt „Ölmühle am Schloss Brake“.
Geschichte
1633 meine Vorgängerin wurde von einem Gottschalk Meisolle (auch Mesell genannt) als Pächter betrieben 1635 Übernahme durch E. Biermann und weiteren Pächtern 1667 Mühlenmeister Hermann Müller, in der Folge zahlreiche andere Pächter 1808 mein Geburtsjahr, aufgebaut wurde ich nach holländischer Art, d.h., dass Zerkleinern der Ölsaat geschah durch einen Mahlgang anstatt durch Zerstampfen mittels Holzstempeln.

1842
Branntweinbrenner Pape wird als Ölmühlenpächter genannt 1846 Unterverpachtung an Simon Anton Vietmeier. Seitdem wurde ich ausschließlich über 5 Generationen von Mitgliedern der Familie Vietmeier bedient.
1900
Einstellung der Ölproduktion aufgrund von Unrentabilität, ein harter Schlag für mich!
1917
Wiederaufnahme der Ölproduktion auf Grund der Ernährungskrise/Ende des 1. Weltkrieges
1927
Meine endgültige Stilllegung, ich wurde zum technischen Kulturdenkmal . Die Ursache für mein Ende waren nicht technische Mängel, sondern Unwirtschaftlichkeit.
1974
Der Verein „Alt Lemgo“ übernimmt meine Betreuung vom Landesverband und mit tatkräftigem persönlichen Einsatz von Mitgliedern des Vereins wird entrümpelt, es gibt ein neues Dach, einen neuen Fußboden, Beleuchtung und neues Pflaster auf dem Vorplatz. ( F2)
1981
Die gesamte Inneneinrichtung einschließlich Wasserrad und Unterkonstruktion wird per Nießbrauchvertrag vom 19.06.1981 an die Stadt Lemgo übertragen, die Betreuung des im Inneren der Ölmühle befindlichen Mahlwerkes und Inventar an den Verein Alt Lemgo
1987
Reparatur des Wasserrades 2006 Mit Vertrag vom 21.12.2006 zwischen den Erben von Herrn Ernst Vietmeier und dem Verein Alt Lemgo erfolgt die Übertragung des Mahlwerkes und Inventar der Ölmühle an den Verein Alt Lemgo ( als Schenkung.)
2014
Reparatur des äußeren Wellenlagers 2016 Eröffnung des Ausstellungsraumes (Museums) in der Ölmühle mit 4 funktionierenden, handgefertigten Mühlenmodellen aus Holz der Müllerfamilie Vietmeier (F3)
2019
Die äußere Holzkonstruktion unter dem Wellenlager des Mühlrades wird repariert und ausgebessert.